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Die beschädigte Stelle wird zunächst mit der Flex aufgeschliffen. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Schaden im Laminat vollständig entfernt wird. Wie so häufig im Bootsbau sieht der Schaden zunächst oft kleiner aus, als er ist.

Um zu gewährleisten, dass das neue Laminat hält, muss eine Schäftung angearbeitet werden. Das Verhältnis von Laminatdicke zu Schäftungsbreite sollte 1:10 betragen.
Um bei den groben Schleifarbeiten nicht sich selbst und seinen Arbeitsplatz mit Glasfaserstaub einzudecken, sollte die Flex abgesaugt, oder ein Zelt um den Arbeitsbereich gebaut werden.

Je nach Größe und Stelle des Schadens muss unter Umständen eine Laminierzulage auf der Innenseite angebracht werden, damit das neue Laminat beim Verarbeiten nicht nach innen gedrückt wird. Diese kann von Klebestreifen bei kleinen, simplen Stellen bis zu Laminatplatten bei größeren, komplizierteren Formen reichen.
Bevor jetzt laminiert werden kann, muss man sich das alte Laminat einmal gut anschauen.

Erstens, wie ist die Zusammensetzung, sprich, welche Art von Glasfasertextil wurde verwendet? Das geübte Auge erkennt anhand der Schäftung wo und in welcher Reihenfolge Matte, Gewebe oder Gelege verbaut wurde. Die verschiedenen Varianten verfügen über unterschiedliche strukturelle Eigenschaften.
Zweitens, welches Harz wurde ursprünglich genutzt? Das Durchschnittsboot wird in der Regel mit Polyesterharz laminiert, oft wird jedoch auch Epoxyd- oder Vinylesterharz verwendet. Färbung und Geruch geben über das gebrauchte Harz Aufschluss. Die Harzauswahl ist entscheidend, da nicht alle Harze miteinander kompatibel sind. So hält Polyester zum Beispiel schlecht auf Epoxyd.

Wenn das nun alles geklärt ist, kann mit der Laminiervorbereitung begonnen werden. Es werden Flicken aus den gewählten Glasfasertextilien geschnitten, diese fangen klein an, und werden immer größer, dabei wird sich am alten Laminataufbau orientiert.

Mit einem Pinsel wird jetzt das Harz auf die Schäftung aufgetragen, und der erste Flicken aufgelegt. Er wird sorgfältig mit dem Pinsel angedrückt und mit einer Entlüfterrolle geglättet, damit sich weder Harzblasen, welche zu Unebenheiten führen, noch Luftblasen, welche die Struktur schwächen, bilden. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis alle Flicken aufgebracht sind. Man sollte versuchen, möglichst auf dem Niveau des alten Laminats zu bleiben, um sich später unnötiges Schleifen oder Spachteln zu ersparen.

Beim Laminieren muss darauf geachtet werden, dass in einem Vorgang nicht zu dick laminiert wird. Die Harze sind oft Temperaturempfindlich, und werden beim Aushärten bei dickem Laminat schnell zu heiß, deshalb lieber in mehreren Gängen laminieren. Auch die Außentemperatur spielt hierbei eine Rolle, bei hohen Temperaturen härtet das Harz schneller aus, und wird dementsprechend auch schneller heiß.

Nachdem das Laminat fertig ist, kann Gelcoat aufgetragen werden. Der letzten Schicht muss Paraffin beigemischt werden, damit der er richtig aushärtet. Nach dem Aushärten wird der Gelcoat eingeschliffen, angefangen mit grobem Papier (z.B. P80er), immer feiner werdend, bis man später mit Nassschleifpapier arbeiten kann. Damit die Fläche nachher plan und gleichmäßig aussieht, sollte man einen Schleifklotz, oder bei größeren Stellen ein Schleifbrett benutzen. Dabei ist darauf zu achten, dass man nicht durchschleift. Besonders ärgerlich ist es, wenn man neben der eigentlichen Reparaturstelle durchschleift, weshalb man den Bereich um den neuen Gelcoat abklebt. Wenn das Tape durchgeschliffen ist, weiß man, dass man hier lieber nicht weiter schleifen sollte. Nachdem man ausreichend feingeschliffen hat (z.B. P3000er), wird der Gelcoat poliert, und die Reparatur ist abgeschlossen.


Wir wollen mit unseren Beiträgen dabei helfen, dass sich unsere Kunden selbst helfen können oder besser verstehen, was wir tun. ABER wir müssen auch darauf hinweisen, dass die Beiträge Dinge beschreiben, die man über Jahre lernt, sodass es eine Vielzahl an Zwischeninformationen gibt, die nicht immer abgebildet sind. Wenn Sie also Inhalte umsetzen wollen, müssen Sie immer eine Absprache mit einem Meister oder Gesellen treffen, weil wir sonst keine Haftung übernehmen können.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1922 wurden über die Jahre viele Holzboote, -yachten und -kutter in der Yacht und Bootswerft Rathje gebaut, teilweise mit beachtlichen Unterschieden in Größe und Stil. Einige dieser eigenen Neubauten haben auch heute noch ihre Liegeplätze im Yachthafen, bzw. segeln auf der Kieler Förde.

Eine der heute noch in der Marina ansässigen und von uns gebauten Yachten ist die „Johanna“.
Der 13 Meter lange Motorsegler, dessen Bau 1977 begann, war ein Lehrlingsprojekt unter der Leitung des Meisters Hugo Laatzen. Auf diese Weise lernten die Lehrlinge am besten den Umgang mit Holz, sowie die Konstruktion eines Bootes. Das geräumige, ketschgeriggte Boot ist bis heute Stammkunde bei Rathje.

Segelyacht Johanna

Segelyacht „Johanna“ auf ihrem Liegeplatz am Mittelsteg

Ein weiteres Boot, welches seit seiner Fertigstellung im Heimathafen liegt, ist die „Classica“.
Der Bau des als Meisterstück begonnenen, und als Lehrlingsprojekt abgeschlossenen Bootes wurde 2002 beendet. Die elegante, klar lackierte Mahagoniyacht mit ihrer auffälligen, grünen Persenning wurde bis letztes Jahr durch die Werft verchartert und hat nun den Eigentümer gewechselt. Mit dem Verkauf einher ging eine komplette Neulackierung des Überwasserbereiches.

Segelyacht Classica

Die „Classica“ auf ihrem Liegeplatz am Oststeg

Eines der bekanntesten Projekte der Bootswerft Rathje ist der originalgetreue Nachbau einer Hansekogge unter Begleitung des deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven. Für den Bau des 7,6 Meter breiten und 23 Meter langen Schiffes wurde eigens eine Halle errichtet. Im Bauvorgang wurde Wert auf eine traditionelle Bauweise gelegt, so wurden etwa die Bodenwrangen und Spanten durch Holzdübel mit den 4,5 cm starken Planken verbunden. Die Arbeiten dauerten von 1986 bis 1991. Ihren Liegeplatz hat die Kogge am Satorikai in Kiel.
Weitere Informationen: hansekogge.de

Segelschiff Hansekogge

Die Hansekogge bei ihrem Stapellauf 1991

Ende 2019 wurde der Segelyacht „Salta Marina“ zu neuem Glanz verholfen. Sämtliche lackierte Flächen, einschließlich der Außenhaut, wurden neu lackiert. Zudem ist der teils rotte Aufbau generalüberholt worden. Hierzu wurden die Wände des Aufbaus aufgedoppelt, neue Luken angefertigt, und das Dach neu laminiert.

Segelyacht Salta Marina

Die „Salta Marina“ auf ihrem Liegeplatz am Steg Ost

Nachdem der Marstalschoner Zuversicht in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Wassereinbruch auf Steuerbord-Seite Höhe des Schonermastes erlitt, wurde er zügig auf Land genommen.

Die Gebr. Friedrich Werft fragte uns in diesem speziellen Fall um unser Fachwissen in Bezug auf eine möglichst schnelle und fachgerechte Reparatur.
Unsere Bootsbauer nahmen sich der Sache umgehend an und begutachteten die Leckstelle.

Es handelte sich um einen Plankenstoß, aus dem sich das Werg herausgearbeitet hatte.
Werg ist ein Naturprodukt aus Hanffasern, welches in Teer getränkt ist. Dieses wird mit großer Kraft zwischen die einzelnen Planken gehauen und dichtet somit schlussendlich den Rumpf ab.

Wir kalfaterten den undichten Plankenstoß und vergossen das Ganze noch mit heißem Pech.
Das Pech dient dazu zu verhindern, dass sich das Werg bei Fahrt durchs Wasser wieder herausspült.
Es handelt sich um eine Notreparatur welche lediglich die Schwimmfähigkeit des Schiffes wiederherstellen sollte. Zur Unterstützung für das verwendete Pech wurde noch zusätzlich ein Bleiflicken aufgetragen.

Wieder einmal konnte die Yacht und Bootswerft Marina Rathje durch ihre nun fast 100-jährige Erfahrung mit der Reparatur von klassischen und traditionell gebauten Schiffen dazu beitragen, eines der ältesten Schiffe der Kieler Förde zu erhalten.

Traditionsschiffe bei Rathje

Die Rathje Werft hat im Sommer 2020 in nur wenigen Tagen ein Treppenhaus nebst der Wohnung klassisch ausgebaut. Durch den Ausbau, bei dem nicht mehr verwendbare original Türen aus der Zeit auf Wunsch des Kunden verwendet wurden, ist die Wohnung im Wert stark gestiegen.

Der Inhaber arbeitet auch eng mit Stuckateuren und Lieferanten zusammen, so dass das gesamte Paket einer hochwertigen Sanierung aus einer Hand angeboten werden kann. Das für oft wesentlich weniger Geld als so mancher Eigentümer denkt. Der Trend geht hin zu den klassischen Elementen, da der reine Formalismus nicht mehr getragen wird. Die Stufen werden noch mit Eichenholz belegt.
Die Bilder zeigen die Arbeiten der Werft. Die Belegschaft ist sich einig, dass die Werft zukünftig auch bei Haussanierungen, Tischlerarbeiten, dem Innenausbau von Yachten und dem Holztreppenbau verstärkt auftreten will, um die Kompetenz im Holzbereich weiter ausbauen zu können.
Jahrzehntelange Erfahrungen werden aktuell an 6 Auszubildende weitergegeben.

Kassettentüren, Holzgeländer, Tischlerarbeiten: Fachwissen aus dem Bootsbau gepaart mit den Anforderungen einer klassischen Sanierung von Innenräumen

Zunächst werden ganz individuell mit dem Kunden Beispielstücke aufgestellt, um mit ihm seine Vorstellungen von Schönheit und Originalität mit dem Fachwissen der Werft zu vereinen.

Später füllen sich die Räume mit Spezialwerkzeug und Mitarbeitern, die von diesem Projekt begeistert sind und mit dem Herzen denken.
Dabei entwickeln sich ganz neue Ideen. Hier z.B. nicht das Bad und den Schlafraum mit einer geschlossenen Wand zu trennen, sondern zwei Holzrahmen einzuziehen, die beide Räume viel großzügiger wirken lassen.
Ein Blick auf den Boden zeigt, dass bei der Sanierung mit Hilfe der Verschraubung von OSB Platten in gegengesetzte Richtungen die Schwingungen so stark aus dem Boden genommen werden, dass es möglich ist, hochwertige Fliesen zu verlegen, ohne dass sie brechen.

Und die Werft bringt gleich einen ausgedienten Hafenpfeiler mit, damit er zu einem Waschbeckenständer umfunktioniert werden kann. Reine Geschmackssache aber möglich, wenn man es gut macht. Er steht auf einer extra angefertigten 20 KG schweren Stahlplatte und ist nach hinten zur Vermeidung von Schwingungen befestigt.

Sodann beginnen erste grobe Fixierungen, um grob Maß nehmen zu können. Das sieht „wild“ aus, ist aber am Ende auf den Millimeter passgenau.
Der Eichenbalken rechts wurde als Verzierung zum Schein gesetzt.

Fehlt etwas, wird es neu hergestellt.

Oder hier:

Hier werden ganze Simse neu nach altem Muster erstellt, ebenso wie der Handlauf und die Leiste darunter.

 

Ein vorher liebloses in den 80er Jahren zerstörtes Treppenhaus des Gebäudes aus dem Jahre 1880 lebt langsam wieder auf und kommt zu altem Glanze.

Das Gebäude erfährt dadurch eine enorme Wertsteigerung, die die Kosten des Einbaus weit übersteigen. Insoweit ist diese Art der Sanierung für Hauseigentümer nicht nur schön, sondern auch aus finanziellen Gründen sehr vorteilhaft.

Langsam nimmt es nun Form an:

Balkonbau: nahe verwandt mit dem Stegbau

Und will man am Ende doch mal aus den schönen neuen Räumen austreten, hat die Werft sogleich einen Balkon mit Holz belegt, was sie von dem eigenen Stegbau kennt.

Die Balkonbelegung dauerte einen Tag. Der Innenausbau konnte in zwei Wochen umgesetzt werden. Die Werft konnte dabei variabel von einem bis zu in Spitzen 6 Mitarbeiter einsetzen.

Zwei Meister, Gesellen und Auszubildende bilden dabei das perfekte Know How und Zusammenspiel eines Bootsbaubetriebes.