Wahrscheinlich kennen Sie die Kieler Hansekogge. Sie ist ein originalgetreuer Nachbau einer Kogge aus dem Jahre 1380 und seit mehr als 30 Jahren auf Nord- und Ostsee unterwegs und in vielen Häfen ein gern gesehener Gast. Und auch am Liegeplatz im Heimathafen Kiel, direkt am Schifffahrtsmuseum, ist sie für Einheimische und Gäste ein Hingucker der besonderen Art.

Doch auch an der Kogge nagt der Zahn der Zeit. Wind und Wetter, Wasser, Sonne und Luft fordern ihren Tribut. So müssen aktuell zwei Planken auf der Backbordseite auf mehreren Metern erneuert werden. Rein äußerlich ist kein Schaden am Eichenholz zu sehen, doch hinter der Fassade ist nur noch wenig Substanz vorhanden. Da der Bereich knapp oberhalb der Wasserlinie liegt, ist hier dringender Handlungsbedarf angesagt.

Die Yacht- und Bootswerft Marina Rathje in Kiel- Friedrichsort, wo auch die Kogge seinerzeit gebaut wurde, übernimmt den Auftrag und erneuert die maroden Plankenbereiche. Dazu wird erst einmal alles tote Holz entfernt, so dass im Rumpf der Kogge ein großes Loch entsteht. Dieses Loch wird anschließend fachmännisch gestopft.

Dass so eine Reparatur mit relativ hohen Kosten verbunden ist, kann man sich gut vorstellen. Leider ergibt sich bei der Finanzierung ein Loch von 5.000,- Euro. Der Förderverein Historische Hansekogge Kiel e.V. ist Eigner des Schiffes und seit Jahren erfolgreich mit dem Betrieb und der Erhaltung der Kogge befasst. Viel Material und noch mehr gemeinnützige Arbeitsleistung flossen schon in Rumpf und Takelage. Die Teilerneuerung der Planken trifft den Verein schmerzlich und es wäre großartig, wenn Sie sich mit einer kleinen Spende an der Erhaltung der Kogge beteiligen würden.

Fotos: Förderverein Historische Hansekogge Kiel e.V.


Ein Beitrag aus der
Rathje Werft in Kiel
100 Jahre Rathje Werft Kiel

100 Jahre Tradition im Bootsbau und Technologie von morgen

Telefon: 0431 / 220 92-0
E-Mail: info@bootswerft-rathje.de

Die Rathje Werft hat gegenüber German Naval Yards Kiel GmbH (GNY) das Kaufangebot aus dem Sommer konkretisiert und mehrere Millionen Euro für den Kauf geboten. Das Konzept der Rathje Werft sieht die Erweiterung des Geschäftsbereiches der Rathje Werft, die Renaturierung weiter Strandflächen im Westen des Geländes für die Bevölkerung, die den wertvollen Denkmälern entsprechende Nutzung der Denkmäler, die Fortführung der zahlreichen Mietverträge und die weitere Nutzung des Geländes im Sinne der maritimen Wirtschaft vor.

Sie ist auch Teil der Interessengemeinschaft Maritimes Forum Historische Lindenau Werft 2030, welcher namhafte Unternehmerfamilien, Großhändler der maritimen Wirtschaft und andere Player aus Kiel und Hamburg angehören.

Da die Rathje Werft und die Mitglieder der Interessengemeinschaft fest davon ausgehen, dass GNY gemäß ihren Interessen die im Verhältnis kleine Werft als Bereicherung für die maritime Wirtschaft ansieht und somit den Verkauf an sie wohlwollend beurteilt, hofft das Unternehmen aus Kiel, dass am Ende des Tages die Rathje Werft den Zuschlag zum Wohle der Allgemeinheit, der Maritimen Wirtschaft und des Arbeitsplatzausbaus erhält.

Die Werft sieht hier auf höchster Ebene bei GNY konkreten Verhandlungen Ende September entgegen, um die sie bei allen Beteiligten gebeten hat.

Parallel dazu hat sie aber auch zur BIG, einem weiteren aktuellen Kaufinteressenten, Kontakt aufgenommen, um hier zu eruieren, wie das Gelände möglicherweise gemeinsam auf neue Wege gebracht werden kann.

Der folgende Link führt zu einer Präsentationen, in der die Konzepte der Werft dargestellt werden und die bereits der Politik und anderen Beteiligten zur Verfügung gestellt wurde: PRÄSENTATION LINDENAU WERFT

Helge Petersen betont, dass alle Äußerungen rund um den Kauf und die Geschehnisse reine Meinungsäußerungen sind und er weiter der festen Überzeugung ist, dass GNY im Sinne Kiels und der eigenen Verantwortung für die Region den Verkauf an Rathje als logische Konsequenz für die Nutzung des 2013 erworbenen Geländes sieht.


Ein Gastbeitrag der Kanzlei Helge Petersen & Collegen.
Die Fachkanzlei Helge Petersen & Collegen ist auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts seit Jahren bundesweit erfolgreich für geschädigte Anleger aktiv. Tausende Urteile und Vergleiche bürgen für Anlegerschutz auf höchstem Niveau. Kontaktieren Sie uns gern.

Wir sind für Sie in Kiel, vor Ort sowie deutschlandweit tätig.

Nehmen Sie zu uns Kontakt auf:
Telefon: Kiel: +49 (0)431/260 924-0
Fax: Kiel: +49 (0)431/260 924-24
E-Mail: info@helgepetersen.de

–> Hier können Sie die Ansprache zur Eröffnung des Jubiläums-Festes ansehen.


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Die Yacht- und Bootswerft Marina Rathje GmbH möchte mit Investoren und der Inhaberfamilie Petersen durch den Kauf des Lindenau Geländes die maritime Wirtschaft im Kieler Stadtgebiet Friedrichsort in Schwung bringen.

Unter der Beteiligung der Wirtschaftskanzlei Helge Petersen & Collegen aus Kiel werden aktuell sehr konstruktive Verhandlungen zum Kauf des Lindenau Geländes geführt.

Nach umfangreicher Sichtung der Unterlagen steht fest, dass das Gelände durch eine Wohnbebauung für die maritime Wirtschaft praktisch unbrauchbar wird. Die sehr teuren Wohnungen für die Oberschicht würden, nach Ansicht der Planer, lediglich wenige Vorteile bringen, Millionenerträge für die Planer und Erbauer, aber nichts für Arbeitsplätze, Gewerbesteuererträge und die Weiterentwicklung der Stadtteile Pries und Friedrichsort. Diese leiden seit Jahren unter starken Arbeitsplatzabbau auf den Küstengeländen.

Die Gemeinschaft ist der Ansicht, dass durch die Politik nicht erkannt ist, dass eine Vielzahl an Firmen mit maritimen Bezug genau dieses Gelände sucht und auf Sicht beleben wird. Nur die Andeutung der möglichen Bebauung macht das Gelände so teuer, dass es für die maritime Wirtschaft nicht mehr bezahlbar ist.

Die Spekulation hat nun –angefeuert durch die Politik zu Lasten der maritimen Wirtschaft Kiels—begonnen.

Die Wohnungen sollten auf dem MFG 5 Gelände gebaut werden. Hier scheint die Verwaltung und Politik eine Art „Blitzableiter“ zu benötigen, weil sie über Jahre die Organisation der Bebauung des MFG 5 Geländes nicht unter Dach und Fach zu bekommen scheint.

Auffällig ist dabei, dass uns keine maritime Firma bekannt ist, die durch die Politik befragt wurde, vielmehr fanden „Geheimveranstaltungen mit Bauinvestoren zu Lasten der maritimen Wirtschaft“ statt.

Rathe Linenau

Zum Lindenau Gelände in Kiel Friedrichsort:

Aktuell ist bekannt, dass dieses schon jetzt durch die Nachbarwerft Gebr. Friedrich sowie durch Fachbetriebe genutzt wird.

Nahezu jeden Tag liegen große Berufsschiffe am Pier oder im Hafen des Geländes. All dies bringt schon zum jetzigen Zeitpunkt Emissionen mit sich. Die Beruffschifffahrt lässt die Motoren 24 Stunden laufen, Luftabsaugesysteme, Belüftungssysteme und Maschinen verursachen ständig Emissionen.
Eine Wohnbebauung würde diese Betriebe spätestens in Form erster Klagen der neuen „Luxuswohnungseigentümer“ vertreiben. Weiter würden durch die Spekulation des gesamten Ufers auf Sicht wohl alle Werften schließen und Wohnbebauungen beantragen.

Es bricht also ein Art Staudamm auf dem gesamten Uferstreifen.

Unsere Konzeption sieht vor, dass der Fokus neben der Umwelttechnik im Recyceln von Yachten, welches es in Deutschland noch nicht systematisch gibt, im großen Umfang auf den Service und den Bau von privaten Yachten auf dem Gelände neben den Arbeiten an Berufsschiffen konzentriert wird.

Der Markt hierfür ist enorm und geht an dem Stadtgebiet von Kiel vorbei. Denn Kiel hat nur Betriebsgelände für die Berufsschiffahrt. Es fehlt aber außer den 10.000 m² der Rathje Werft das Gelände für Privatyachten.
Dieser Markt ist so groß, dass deutsche Eigener von Hamburg  bis Düsseldorf mittlerweile ihre Yachten bis nach Dänemark verlagern.

Yachten haben einen Wartungs- und Veraltungsaufwand wie ein Einfamilienhaus. Von der Heizungs-, Küchen-, Bad-, Sicherheits-, Motor- und sonstiger Technik bis zum Lagern und Sichern der Yachten ist alles zu bearbeiten. Für diese Technik gibt es für jeden Bereich einzelne Betriebe. Diese expandieren enorm, nur können sie sich nicht im Kieler Stadtgebiet entwickeln.

Die Politik scheint das Segment des Services für Privatyachten zu übersehen.

Im Einzugsbereich der Kieler Förde geht es um 30.000 Privatyachten. Sie weichen überall außerhalb des Stadtgebiets Kiels aus.

Hier besteht ein enormes Arbeitsplatzpotential. Das zeigt die Neuordnung des Geländes der Rathje Werft. Hier konnten umgehend 7 Ausbildungsplätze und 10 Gesellenstellen binnen 20 Monaten gesichert und für die Zukunft aufgebaut werden.

Während es in Kiel unzählige KFZ-Werkstätten und Zubehöreinrichtungen gibt, gibt es nur eine einzige Privatyachtwerft in Kiel.

Ein Yachteigener muss bis zu 2 Jahre auf einen Termin für umfangreichen Service an seiner Yacht warten.
Große Motoryachten müssen Services langfristig planen und weichen teilweise schon nach Holland aus.

Die Nachfrage nach einem Gelände am Wasser, auf dem der umfangreiche Service zu der gesamten Schiffstechnik durch viele Firmen statt findet, ist also enorm.

Allein eine politische Fraktion aus dem Kieler Rathaus hat uns auf der Werft besucht, um sich vor Ort zu informieren. Wir haben vorsorglich noch einmal alle Fraktionen aufgefordert, Gespräche direkt vor Ort mit der maritimen Wirtschaft zu führen, z.B. auf dem Gelände der Rathje Werft.

Es ist wichtig, der Spekulation ein Ende zu bereiten. Wenn z.B. veröffentlich wird, dass man ja in 2 Jahren neu drauf schauen könne, dann ist jeder Grundstücksspekulation Tor und Tür geöffnet. Man kauft das Gelände und irgendwann gibt dann die Politik schon nach.

Das halten wir im Sinne von Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitspplatzförderung in Kiel für eine politische Katastrophe.


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100 Jahre Tradition im Bootsbau und Technologie von morgen

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Die Rathje Werft in Kiel Friedrichsort feiert im September 2022 ihre 100-Jahr-Feier, lädt dazu herzlich ein und freut sich, sich mit allen Beteiligten in das nächste Jahrhundert aufzumachen.

Die Werft blickt auf eine langjährige und erfolgreiche Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung im Jahr 1922 hat sich die Rathje Werft stetig weiterentwickelt und ist heute führend bei der Herstellung von Holz-Schiffen und -Yachten. Innovationen und Erfolge haben die Werft über die Jahre hinweg geprägt und sie zu dem gemacht, was sie heute ist.

Am 01.09.1922 wurde die Bootswerft Rathje offiziell gegründet und eingetragen. Sie liegt in der Mitte der Kieler Förde, direkt zwischen dem Friedrichsorter Leuchtturm und der Schleusenanlage Kiel-Holtenau. Hier wurden bereits viele Schiffe erbaut und repariert sowie neue Perspektiven für die Menschen mit ihren Booten geschaffen. Die Rathje Werft hat viele Leute aus- und weitergebildet. Diese sorgten unter anderem mit dafür, dass unzählige Kutter, Traditionsschiffe und Berufsschiffe der Feuer- und Bundeswehr, der Landespolizei sowie des Zolls sicher schwimmen konnten. Auch heutzutage erfreut man sich noch an dem Bootsbauhandwerk. Die Werft verfügt über einen kleinen Yacht- und Arbeitshafen, mit Slip-Anlagen und Kränen bis hin zu 25 Tonnen.

„Eine Werft kann immer nur so stark wie ihr Team sein“, dieser Spruch beschreibt die Rathje Werft wohl am besten. Sie hat bereits viele Nachbarwerften kommen und gehen sehen und ist immer noch fester Bestandteil im Ortsteil Pries / Friedrichsort.

In den vielen Jahren hat die Werft Kultur durch Neubauten, wie der Hansekogge, erhalten aber auch zum Erhalt von Kulturgut, wie den vielen Traditionsschiffen beigetragen. Sie ist auch Partner unzähliger gemeinnütziger Vereine, fördert Programme des Arbeitsamtes und begleitet junge Menschen auf ihrem Weg zum nächsten Erfolg oder Traum.

Mehr zur Geschichte der Rathje Werft erfahren Sie hier.

Fest und Regatta zum 100-jährigen Jubiläum

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Rathje Werft trägt der Mühlenberger Segel-Club e.V. seinen diesjährigen Crazy4Sailing Family Cup zusammen mit der Rathje-Werft aus. Auch die Hanse-Kogge wird uns besuchen.

Wir bewegen uns auf vorderster Welle und danken allen, die uns über all die Jahre begleitet haben.
Wir freuen uns riesig auf euch und wünschen uns allen einen tollen Tag, der auch an Land mit Live-Musik, kulinarischen Highlights und vielem mehr unvergesslich wird!
Mehr zum Open Werft Festival am 10. September erfahren Sie hier: 100 Jahre Rathje Werft

Zukunftspläne

Die Werft hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Für die Traditionssegler konnten wir drei neue Dauerliegeplätze bauen und wir haben an der Slipanlage Führungsdalben für große Schiffe gerammt. Unser wunderschöner uralter Mittelsteg konnte vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Sehr starke Dalben tragen ihn nun. Es ist kaum zu glauben, wie viel Material und Arbeit in solche Arbeiten verschlingen. Es dauerte drei Wochen, bis alle drei Arbeitspontons und der Kran den Hafen wieder verließen. Und wir haben tagelang die alten Dalben angespitzt und vorgesägt. Jetzt arbeiten wir noch an der Befestigung an unserem Steg.

Aber die Arbeiten am Hafen werden noch weiter andauern. Nun müssen die Spundwände und die vier langen Rohre für den Kran noch auf die Standfestigkeit geprüft werden und der Platz rund um den neuen Kran herum gestaltet werden.

Bei der Hafensanierung haben kein einziges neu geschlagene Stück Holz verbaut, weil der Umwelt zuliebe nur alte Hölzer verwendet wurden. Nur der Stahl ist neu. Auch haben wir die 100-jährige Tradition zur aufwendigen Erhaltung des Mittelsteges gewahrt.

Wir hoffen, dass unseren Kunden, Gästen aber auch allen Mitarbeitern und befreundeten Firmen am Ende der fast neue Hafen gefallen wird. Bewusst haben wir nicht einen Eisenpoller verbaut um es schön „holzig“ zu gestalten.

Weitere Infos zum Umbau finden Sie hier.


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Für diesen schönen Traditionssegler haben wir ein neues Ruderblatt gefertigt und ihn mit neuen Planken zu neuer Schwimmfähigkeit verholfen. Zusätzlich haben wir das Schiff neu kalfatert. Für diese traditionellen Schiffsbauarbeiten haben wir nur traditionelle Materialien und Techniken genutzt.

Bei der Reparatur und Sanierung von Traditionsschiffen leisten wir gerna auch Hilfestellung, damit die Eigner und Vereine eigene Arbeiten an ihren Schiffen vornehmen können. Wir freuen uns, sie mit auf der Slipanlage zu sehen.
Auch stehen wir den Eignern bei den Anträgen zu Coronabeihilfen und vor allem den Beihilfen für die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben helfend zur Seite.

Holzyacht zu neuer Steifigkeit verholfen

Die Planken der auf unserer Slipanlage liegenden Yacht hatten nach vielen Jahren keinen festen Verbund mehr. Auch waren die Schrauben, welche die Planken mit den Spanten verbanden, nicht mehr stabil.

Steven und Heck hatten sich bereits von dem Verbund des Holzschiffes gelöst. In diesem Winter ging es also nicht nur darum, das Schiff mit neuem Bootslack zu neuem Sommerglanz zu verhelfen, sondern es wieder steif zu bekommen, indem die Spanten mit den Planken sowie vorn und hinten der Verbund zum Bug und Heck neu aufgebaut werden mussten. Das Ganze geschah vor allem mit der Vorfreude, dass der Eigner, den ganzen Sommer die Ostsee umrunden möchte.

In der Folge mussten also alle Schrauben aufgenommen werden, neu verschraubt werden, und das Ganze verpoppt werden. Zwischen den Spanten musste vollständig vereistet werden.

Eine gute Beschreibung für diese Arbeiten findet sich auch ––> hier.

Das Ausleisten funktioniert nur, wenn alles sauber ist und die Vorbereitungen perfekt getroffen wurden.
Bei diesem Schiff, war die Verwindung so stark, dass die Türen im Innenraum um mehr als zwei Zentimeter aus dem Rahmen standen und dass der Bug bis zu 6 cm angehoben werden musste. Ebenso waren die Wanten kaum noch auf Spannung zu bringen.

Um die Arbeiten zu erklären, zitieren wir von der obigen Seite, besser kann man es nicht beschreiben:
Vor Beginn der Fräsarbeiten an den Plankenstößen muss der Rumpf gut abgepallt werden und darf nicht verdreht oder schief stehen, weil er nach der Ausleistung absolut steif ist. Für das Ausleisten wird eine Nut entlang der Plankennaht so breit gefräst, daß in beiden Planken eine saubere Schnitt- oder Fräskante entsteht. Zum Fräsen, oder besser gesagt zum Schneiden, eignet sich am besten die „Duplo-Fräse“ von Elu, auch „Lamellofräse“ genannt, aber eine gute Schattenfugensäge oder eine kleine Kreissäge tut es auch. Das Schneidwerkzeug beider Maschinen ist ein kleines Kreissägeblatt, hartmetallbestückt, das auch mal härteres Material wie alte Farb- oder Spachtelreste oder gar eine verirrte Schraube verträgt. Fräswerkzeuge von Oberfräsen sind dazu ungeeignet, da sie wegen der hohen Drehzahl und der Verunreinigung schnell ausglühen. Außerdem sind die genannten Geräte gut zu führen und liegen leicht in der Hand.

Das Werkzeug wird auf einer Leiste geführt, die unter der zu fräsenden Naht am besten mit Spax-Schrauben befestigt wird. Oftmals sind die Plankennähte breiter als der Sägeschnitt, dann muß man die Naht zweimal entlangfahren, mit entsprechendem Seitenversatz. Mit einer einfachen Vorrichtung kann man eine gleichmäßige Nahtbreite auch bei zweimaligem Fräsen gut hinbekommen. Dazu könnte man z.B. einen Messing- oder Kunststoffstreifen in entsprechender Dicke nehmen, der am Maschinenanschlag befestigt wird und nach dem ersten Fräsgang entfernt wird. Eine solche Verfahrensweise erleichtert die Anfertigung und das Anpassen der Nahtleisten erheblich, weil man sie in einem Schwung von gleicher Dicke herstellen kann.

Der Sägeschnitt soll so tief geführt werden, daß ca. zwei bis drei Millimeter der alten Plankendicke stehenbleiben. Unerreichbare Stellen oder Ansatzstellen müssen mit einem Stecheisen nachgearbeitet werden.
Ein Bootsbauer hat das Problem der breiten Nähte vor kurzem auf unkonventionelle Weise gelöst. Er befreite seine Handkreissäge von allen Sicherheitseinrichtungen wie Schutzhaube und Spaltkeil, nahm das Sägeblatt heraus, spannte es in einem Schraubstock und verbog es ein wenig mit einer Zange. So entstand eine Art Wanknutsäge.

Bei Interesse können Sie sich diese Arbeiten auch auf unserer Werft ansehen. Die Holz-Yacht ist bis zum Wassern noch zu besichtigen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Aus einer fast aufzugebenen Yacht wurde nun über den Winter ein Prachtstück auf das man zurecht stolz sein kann.

Traditionsschiffe bei Rathje


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Die Rathje Werft ist seit jeher der Partner für Traditionsschiffe. Somit ist es uns auch sehr wichtig, dass die teuren Umbaumaßnahmen, die zur Erfüllung der Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe durchgeführt werden müssen, weitgehend vom Staat gezahlt werden.

Demnach erhalten Traditionsschiffe bis zu 90% der Kosten, wenn der Onlineantrag für die Förderung entsprechend genehmigt wird.

Dabei ist zu beachten, dass die Traditionssegler nicht nur punktuell die Änderungen bezahlt bekommen, sondern in Absprache mit den Verwaltungen weitaus mehr gefördert bekommen, wenn dies im Umfeld der Maßnahme erforderlich ist.

Hierzu bedarf es eines sehr erfahrenden Partners, der diese Punkte ausführlich mit den Vereinen bespricht und sie bei der Antragstellung berät. Hier hilft das Team der Rathje Werft gern umfassend.

In umfangreichen Nachbesprechungen, die am Ende zu einem sehr konstruktiven Meeting mit den Verantwortlichen führten, die die Maßnahmen am Ende bewilligen, konnten, unter Teilnehme von Vorständen der Vereine, dem Vorstand der GSHW https://www.gshw.de/ sowie der Rathje Werft , weitere wichtige Eckpunkte definiert werden.

Das waren u. a. die konkrete Behandlung von Rücklagen, die Argumentationsketten für weitere Angebote und umfangreiche Begründungen zur Notwendigkeit von Rücklagen.

Da die Rathje Werft auch direkt mit fachkundigen Steuerberatern und einer Kanzlei zusammen arbeitet, können hier auf Wunsch ganze Antragsvorgänge abgebildet werden oder im Hintergrund begleitet werden.

Lesen Sie hierzu bitte auch, was in der Veranstaltung für die Traditionsschiffe erwirkt wurde.

Anträge ––> können hier gestellt werden.

Anbei zeigen wir auszugsweise eine Planung zu einem Kollisionsschott

Hier zeige wir Ihnen ein von uns einzubauendes Kollisionsschott. Dabei bedarf es vieler Überlegungen, wie der Durchgang gestaltet werden soll, wo es genau eingebaut werden soll, welches Material es haben soll.

Bei Niedergängen muss nicht immer gleich alles neu gemacht werden, oft kann man in Absprache mit den Gutachtern einfache Lösungen finden. Dennoch haben wir auch schon ganze Niedergänge in Eiche neu gebaut, weil Eiche z.B. als feuerfest im Sinne der Regelungen gilt.

Fragen Sie uns einfach, wie erarbeiten Ihnen im Zusammenhang mit den erheblichen Förderungen sowohl eine Lösung für das Schiff als auch eine gute Zuarbeit zur Antragsstellung, damit Sie nicht allein mit den Problemen stehen.


Was ist ein Kollisionsschott?
Kollisionsschott, ein Schott ist eine geschlossene Trennwand oder, in der älteren Bedeutung, ein schnell vorschiebbarer Verschluss. Ein Schott kann sowohl luft- oder flüssigkeitsdicht als auch brandhemmend (Brandschott) ausgelegt sein.

Weitere Facharbeiten, die im Beitrag beschrieben werden:
Mannlochverschluss
Mannlochdeckel
Mannlochrahmen

Traditionsschiffe bei Rathje


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Wir als Werft-Team bedanken uns bei allen Winterliegern, Kunden und Nachbarn, die uns mit viel Verständnis für die widrigen Umstände rund um die Sanierung und den Neubau des Hafens entgegengekommen sind.

Für die Traditionssegler konnten wir drei neue Dauerliegeplätze bauen und wir haben an der Slipanlage Führungsdalben für große Schiffe gerammt. Unser wunderschöner uralter Mittelsteg konnte vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Sehr starke Dalben tragen ihn nun. Es ist kaum zu glauben, wie viel Material und Arbeit in solche Arbeiten verschlingen. Es dauerte drei Wochen, bis alle drei Arbeitspontons und der Kran den Hafen wieder verließen. Und wir haben tagelang die alten Dalben angespitzt und vorgesägt. Jetzt arbeiten wir noch an der Befestigung an unserem Steg.

Aber die Arbeiten am Hafen werden noch weiter andauern. Nun müssen die Spundwände und die vier langen Rohre für den Kran noch auf die Standfestigkeit geprüft werden und der Platz rund um den neuen Kran herum gestaltet werden.

Bei der Hafensanierung haben kein einziges neu geschlagene Stück Holz verbaut, weil der Umwelt zuliebe nur alte Hölzer verwendet wurden. Nur der Stahl ist neu. Auch haben wir die 100-jährige Tradition zur aufwendigen Erhaltung des Mittelsteges gewahrt.

Wir hoffen, dass unseren Kunden, Gästen aber auch allen Mitarbeitern und befreundeten Firmen am Ende der fast neue Hafen gefallen wird. Bewusst haben wir nicht einen Eisenpoller verbaut um es schön „holzig“ zu gestalten.

Unser herzlicher Dank gilt den Mitarbeitern, so mancher Behörd, allen an der Beschaffung von Materialien Beteiligten und allen Firmen, die uns bei der Umsetzung unterstützt haben.

Wir danken, dass unserer Frau Wegner, alles auf den Weg brachte und koordinierte und dass Herr Krüger den Überblick im Hafen behielt und Jens Höltig die wertvollen Tipps und Hilfen gab. Und allen Mitarbeitern und Freunden, die halfen und helfen:
Gutachten für die Bodenbeschaffenheit, Umweltverträglichkeitsgutachten, Druckgtutachten, Statik, Prüfstatik, Gutachten für Entwässerung, Gutachten für Grundwasser, Messungen, Prüfungen, 6 verschiedene Gewerke

Massen:
5 Sattelschlepper für 36 Dalben
1 Ponton für 10 Dalben
3 Sattelschlepper für Material
2 Laster für Material
1 Großkran
2 Arbeitspontons
352 Meter Spundwand
350 Meter kurze alte Dalben
220 Meter alte lange Dalben
88 Meter Rückverankerung
120 Großkranstunden
300 Mitarbeiterstunden bis jetzt
40 Kleinkranstunden

Stichworte: Spundwände, Drucksondierung, Recycling alter Dalben, Neuer Liegeplatz für Traditionssegler, neuer 25 Tonnen Yacht Kran


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100 Jahre Rathje Werft Kiel

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Motorboote, Segelklassiker aus Holz, moderne Kunststoffboote und so manche Luxusyacht warten in den Hallen direkt an der Kieler Förde auf kundige Bootsbauerhände. „Wir haben meist immer etwa zwanzig Boote, um sie im Kundenauftrag zu reparieren, mit neuer Technik auszustatten oder für die neue Saison fit zu machen“, erzählt Edith Vonhoff, Inhaberin der Yacht- und Bootswerft Rathje in Kiel-Pries.

Schwimmende Oldtimer aus edlen Hölzern werden bei der Traditionswerft außerdem fachmännisch restauriert, um die wertvollen Schmuckstücke für die Zukunft zu erhalten. In ihrer Branche gehe es nicht um anonyme, austauschbare Produkte: „Segelyachten haben eine besondere emotionale Bedeutung für die Eigner. Sie verbringen viel Zeit an Bord, oft mit der ganzen Familie; sie segeln in den Urlaub oder nehmen an Regatten teil. So manches gut gepflegte Boot segelt über Jahrzehnte“, weiß Edith Vonhoff, die den 1922 gegründeten Familienbetrieb in dritter Generation führt.

Ich wollte diesen Beruf auf jeden Fall erlernen – und das geht nun mal meist nur an der Küste.
– Basti Kemper

Weil Rathje in der maritimen Welt ein bekannter Name ist, kommt es immer mal wieder vor, dass Kunden der Werft 30 oder 40 Jahre die Treue halten. „Einige Kunden kommen schon seit 60 Jahren zu uns, sodass auch enge persönliche Bindungen entstanden sind. Und wir kennen ihre Yachten natürlich bestens.“ Die Kunden schätzen die Qualitätsarbeit, für die Rathje als traditionsreicher Handwerksbetrieb seit bald 100 Jahren steht.

„Wir legen größten Wert auf Mitarbeiter mit fundierter Ausbildung und Liebe zum Handwerk. Nur gemeinsammit unserem eingespielten und leistungsfähigen Team aus kompetenten Fachkräften können wir unseren Kunden herausragende Qualität bieten“, betont die Chefin. 23 Mitarbeiter bilden die „Mannschaft“, darunter zwei Bootsbaumeister, Bootsbauer, Motorenschlosser und sieben Azubis.

Einer von ihnen ist Basti Kemper. Der 24-Jährige kam aus Nordrhein-Westfalen an die Waterkant, um seinen Traumberuf zu erlernen – Bootsbauer in der Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau. Bastis Vater ist selbst Handwerker, und schon als Kind war Basti ein begeisterter Segler. „Ich wollte diesen Beruf auf jeden Fall erlernen – und das geht nun mal meist nur an der Küste.“ So ist er schließlich nach Kiel zu Rathje gekommen, wo er schon im dritten Lehrjahr die Vielfalt des Handwerks lernt: „Wir gehen nicht nur mit verschiedenen Hölzern als Material um, sondern auch mit Stahl, Aluminium und faserverstärkten Kunststoffen (GFK), erzählt Basti, während er eine Stelle am Rumpf einer Yacht mit einem Schleifgerät so perfekt bearbeitet, dass von dem kleinen Unfallschaden schließlich nichts mehr zu sehen ist.

Basti lernt, Boote selbst zu bauen, sie umfassend zu reparieren, mit Einbauten an Deck zu versehen und die Rümpfe im Unterwasserbereich speziell zu beschichten, damit das Salzwasser keine Schäden anrichten kann. „Wer mit wertvollen Booten arbeiten will, sollte den Anspruch haben, Top-Qualität abzuliefern“, sagt der 24-Jährige selbstbewusst. „Wichtig ist auch, einen Sinn für Ästhetik zu entwickeln. Ich finde beispielsweise ein Deck aus Teakholz an Bord einer Traditionsyacht besonders schön.“

Auf jeden Fall sollten die jungen Leute Spaß daran haben, mit den Händen zu arbeiten.
– Edith Vonhoff

„Der Schulabschluss ist bei uns nicht ganz so wichtig“, ergänzt seine Chefin Edith Vonhoff. Dafür zählen handwerkliches Geschick, körperliche Fitness und Teamfähigkeit. „Denn in einer Werft arbeiten alle immer eng zusammen und Hand in Hand.“ Wert lege sie bei den Bewerber/innen außerdem auf gutes Benehmen, Höflichkeit und Zuverlässigkeit. „Auf jeden Fall sollten die jungen Leute Spaß daran haben, mit den Händen zu arbeiten.“

Ob für sie der Beruf des Bootsbauers in Frage kommt, können Schüler in einem Praktikum ausprobieren. Auch Mädchen bekommen bei Rathje immer eine Chance, auch wenn die Mehrzahl der Azubis Jungen sind.

Rund 50 Nachwuchskräfte hat Betriebsleiter und Meister Thomas Klotz bisher bei Rathje ausgebildet, darunter sechs junge Frauen. „Wir bekommen viele gute Bewerbungen von Jugendlichen. Den Beruf des Bootsbauers verknüpfen viele mit Fernweh, der Weite des Meeres und dem anspruchsvollen Umgang mit dem Material Holz.“ An guten Bewerbern mangele es dem Unternehmen bisher nicht. In jedem Jahr stellt die Werft zwei bis drei Azubis ein. „Derzeit bieten wir eine Ausbildungsstelle für den Bootsbauer mit der Fachrichtung Yachttechnik an.“ Auch Basti hegt noch einen großen Traum, der mit Fernweh zu tun hat: „Nach der Ausbildung will ich im Ausland Berufserfahrung sammeln, am liebsten in den USA oder in Australien.“

Der Schulabschluss ist bei uns nicht ganz so wichtig
– Edith Vonhoff

Und was lernen die Azubis bei Rathje? „Besonders wichtig ist uns eine solide Ausbildung. Die Schwerpunkte liegen im Holz- und GFK-Bootsbau. Darüber hinaus durchlaufen unsere jungen Mitarbeiter alle anderen Arbeitsbereiche unserer Werft, wie Auf- und Abriggen (Segel setzen und ein- holen), Ein- und Auslagern von Booten und ab diesem Jahr auch den Neubau von Wohnyachten“, berichtet Edith Vonhoff. Denn der Prototyp einer 18 Meter langen Neukonstruktion soll ab 2018 bei Rathje in Eigenregie gebaut werden. „Auf unserer ‚Pahi C 60‘ können Menschen recht komfortabel wohnen – sozusagen in einem schwimmenden Eigenheim. Doch es ist kein Hausboot, sondern ein Sportboot, das selbst fahren kann.“ Wenn sich die Kunden begeistern lassen, will Rathje eine Serienproduktion starten.

Mehr mit alter Schiffsbautradition hatte ein ungewöhnliches Neubauprojekt zu tun, mit dem die Werft 1987 Schlagzeilen machte. „In unserer Werft wurde damals die mittelalterliche Hansekogge originalgetreu nachgebaut. Zum Team gehörten arbeitslose Jugendliche und ältere Arbeitslose. Einige durchliefen bei uns eine Berufsausbildung“, berichtet die Werftchefin. Die Kieler Hansekogge lädt bis heute Interessierte auf der Förde zu Segeltörns ein – zum Beispiel während der Kieler Woche. Und was ist mit der Familientradition? Edith Vonhoff freut sich, dass die Geschichte des gesunden Unternehmens auch nach dem 100. Jubiläum weitergehen wird.

Facts Bootsbauer/-in

Anerkannter Ausbildungsberuf
Duale Ausbildung Betrieb/Berufsschule
Dauer: dreieinhalb Jahre (verkürzt 3 Jahre)
Fachrichtungen: Neu-, Aus- und Umbau und Yachttechnik
Schulabschuss: mindestens Erster Allgemeinbildender Schulabschluss
Anzahl der Ausbildungsanfänger in Deutschland pro Jahr: 156
Weitere Informationen: www.dbsv.de/de/ ausbildung-zum-bootsbauer


Ein Beitrag vom ME2BE
TEXT Joachim Welding
FOTOS Sebastian Weimar

Die Rathje Werft als Spezialist für Holzbootbau, Traditionsschiffe und Yachten hat dieses Jahr drei Azubis eingestellt und ist immer wieder offen für Praktikanten. Sie kommen, wie die hier berichtende Praktikantin, oft aus ganz Deutschland, hier Süd-Schwarzwald.

Hier der ungekürzte Eindruck:
Kurz vor 7 Uhr. Ankommen, alle stehen im Kreis zusammen, trinken Kaffee, rauchen. Mit wenigen Worten werden die Arbeiten für den Tag besprochen. Die Gruppe löst sich auf, jeder geht an seinen Arbeitsplatz.

Mein erster Tag fängt mit einer Führung durch die verschiedenen Hallen und Räume der Werft an. Beginnend in dem beheizten Essensraum, über die Garderobe, die Treppe hinunter in eine Arbeitshalle mit weiteren Spints für Werkzeuge, mit mehreren Werkbänken. Durch zwei Schwingtüren kommen wir in den Maschinenraum, in dem jegliche Holzbearbeitung stattfindet. Noch ist es dunkel, und das kalte Licht lässt die nächste Halle, belegt mit allein zwei Booten, riesig erscheinen. Vorbei an dem Magazin, der Schlosserei, durch eine weitere Halle, kommen wir raus in den Yachthafen. In dem stillen Wasser liegen die Boote wie schlafend da, überzogen von der Nässe des Nachtregens. Als letztes stehen wir zwischen dem Gerüst um Ethel von Brixham. Sie wurde 1890 in Brixham als Sailing-Trawler erbaut und wird heute als deutsches Traditionsschiff betrieben. In den kommenden zwei Wochen wird das hier mein Arbeitsplatz sein.

Wir fangen morgens noch im Dunkeln an, stellen Lampen draußen auf. Langsam kommt der Tag, und viel zu spät erst merkt man, dass es hell ist und das künstliche Licht nicht mehr gebraucht wird. Und so schnell, wie es hell wird, vergehen auch die Tage. An verschiedenen Stellen und über die Zeit lerne ich, was zu einem Plankenaustausch alles dazugehört, und nach und nach formt sich das Bild eines Prozesses.

Zuerst wird das Antifouling der Planke abgekratzt, um die Spanten ausfindig zu machen und diese beim Sägen nicht zu beschädigen. Nachdem die einzelnen Stellen aufgesägt sind, wird das Holz mit Brechstange, Hammer und Stecheisen herausgeschlagen. Die zu ersetzende Stelle wird saubergekratzt, und die Kanten werden gegebenenfalls angepasst. Jetzt kann die Erstellung eines Rees beginnen. Hierfür wird eine biegsame Holzleiste benutzt, die mittig an die Spanten genagelt wird. Auf ihr wird mithilfe eines Stechzirkels die Plankenbreite abgesetzt. Zudem werden alle Schrägen der Planke aufgezeichnet, d. h. die Winkel zwischen den Spanten und den Kanten der Planken über und unter der zu ersetzenden. Sobald die Schablone fertig ist, suchen wir eine passende Bohle. Wichtig ist hier nicht nur die Holzart und Dicke, sondern natürlich auch die Unversehrtheit des Holzes, dessen Neigung und, aus welcher Holzschicht es stammt. Spärlich fällt das Licht auf die einzelnen Stapel. Der Zollstock wandert von einer Bohle zur nächsten, sie werden umgedreht, mit dem Schein der Stirnlampe von allen Seiten genauestens betrachtet. Einmal entschieden, wird mithilfe von Straklatten das Ree auf die Bohle übertragen und die Innen- und Außenseite aufgezeichnet, die sich aus der Differenz der Schablone und der abgemessenen Schrägen ergeben. Schließlich wird die zukünftige Planke grob ausgesägt und auf die aufgezeichneten Linien gehobelt, regelmäßig unterbrochen durch das Ansetzen eines Winkels, dem Checken der Gradheit und der Linie durch ein zugekniffenes Auge. Zum Test wird die Planke an ihren Platz gehoben und, wo nötig, noch genauer angepasst. Bevor sie jedoch eingeschlagen werden kann, muss sie eine bestimmte Zeit in den Dampfofen. Zum Reinschlagen und Befestigen kommt ein kleines Team von vier bis fünf Leuten zusammen, die Werkzeuge, Daumenkräfte und Keile, werden bereits vorher gerichtet. Alles geht unglaublich schnell, aber nicht hektisch. Der schwere Hammer knallt auf die Planke, die Daumenkräfte werden nach-, die Planke mit den Schrauben festgezogen. Ihr Ende wird auf die passende Länge abgesägt, einige letzte Schläge und Schrauben, und das Werk wird gemeinsam angeschaut. Im nächsten Schritt werden die Löcher über den Schrauben gepfropft und diese, sobald der Rotleim getrocknet ist, auf die Höhe der Planke abgeschlagen. Eine begehrte und riskante Aufgabe, denn jeder nicht mit der Maserung eingeschlagene Pfropfen verpflichtet zu einem Kasten Bier. Die neue Planke wird gehobelt und geschliffen, vollends an die Form des Schiffs angepasst. Um die Fugen zu verdichten, werden diese kalfatert, sprich mehrere Lagen Hanfgarn eingeschlagen. Um die Übergänge komplett dicht zu bekommen, müssen allerdings Teile der Fugen der benachbarten Planken ausgekratzt und ebenfalls neu kalfatert werden.

Echtes Bootshandwerk

Mich fasziniert, wie vielfältig die Arbeit trotz der sich stetig wiederholenden Prozesse ist, die Notwendigkeit kreativ Lösungen zu finden. So standen wir bei dem Entfernen von Bolzen aus dem Motorfundament dreimal vor demselben Grundproblem, dessen Lösung aufgrund der Lage, Festmachung und Korrosion der Bolzen, sich jedes Mal von der vorherigen unterschied. Auch die Genauigkeit, mit der gearbeitet wird, beeindruckt mich, sowie die ästhetischen Bilder, die dieses Handwerk jeden Tag kreiert: Der Motorraum von Ethel, getaucht in kaltes, dunkles Licht. Die vielen Rohre und Ecken werfen kleine Schatten und lassen ihn in seinem Gemisch aus Metall und Holz enger und dumpfer wirken. Die Stelle des Bolzens ist schwer zu erreichen und nur durch Klettern hinter den Motor, kniend und mit den Händen und dem Werkzeug verwinkelt durch Gestänge greifend, kommt man heran. Der kleine Raum wird erfüllt von den sprühenden Funken der Flex und dem leicht verbrannten Geruch, der damit einhergeht. Das kühle Licht der aufgestellten Lampe am Morgen, die nur Teile des Rumpfs und den Arbeitenden beleuchten, seinen Schatten auf das Schiff werfen. Mit jedem Positionswechsel verändert sich der Schatten, ergibt sich ein neues Bild. Morgensonne, die durch die vergilbten Fenster des Maschinenraums fällt, den umherwirbelnden Holzstaub sichtbar macht. Der ganze Raum zeigt sich in warmen orange-rötlichen Farben, die Ohrenschützer verwandeln die Maschinengeräusche in ein konstantes Hintergrunddröhnen. Im Kontrast dazu die Schlosserei, kalt und stark wirkend. Kaum natürliches Licht fällt durch die Fenster.

Ein Blick auf die Uhr unterbricht die Arbeit, alle machen sich auf den Weg in den Essensraum. Die Pausen sind geprägt von Alltagsgesprächen, Austausch darüber, woran man gerade arbeitet, manchmal nur dem Ticken der Uhr, manchmal wird der Raum aufgebrochen von Gelächter. Danach verstreuen sich alle wieder, zurück an ihre Aufgaben. Erst zu Feierabend begegnet man sich wieder, meist mit einer kalten Flasche Bier in der Hand. Mit jedem Tag fühle ich mich wohler, wird mir das Umfeld und Handwerk vertrauter, rückt mir diese neue Welt ein Stückchen näher. Und neu ist sie allemal. Nicht nur komme ich quasi aus dem Ausland (Süd-Schwarzwald), sondern hatte auch die größte Zeit meines Lebens weder etwas Booten noch mit handwerklicher Arbeit zu tun. Trotzdem wurde mir alles genau erklärt, ohne mir das Gefühl zu geben, für dumm gehalten zu werden. Vielmehr wird man mit dem Wissen angenommen, das man hat. Es wird sich Zeit genommen für Fragen, mal beantwortet durch Zeichnungen und Skizzen, mal durch genaue Beschreibungen, mal durch Vormachen. Interesse wird ernstgenommen und Wissen teilfreudig weitergegeben. Selbst in Momenten, in denen die Arbeit schnell gehen muss, wie dem Anbringen einer Planke. Dadurch wird einem nicht nur die Chance gegeben, ernsthaft zu lernen, man verliert auch die Angst vor Fehlern.

Wir danken für den Eindruck und freuen uns auf die Zukunft!

Traditionsschiffe bei Rathje


Ein Beitrag aus der
Rathje Werft in Kiel
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